Natur

Spaziergang über den Gehrdener Berg

Sonntag, 23 Januar 2022 16:08

Möchtet ihr mit euren Kindern einen Spaziergang um den Gehrdener Berg unternehmen und eine schöne Aussicht genießen? Dann ladet euch das Heft 7 der Pixi-Buch-ähnlichen Publikationsreihe der Region Hannover herunter und lasst euch vom Büchlein auf einen längeren Spaziergang führen.

Los geht es an der alten Brauerei, in der heute das Stadtmuseum untergebracht ist, führt von dort zum alten jüdischen Friedhof (der leider nicht zu betreten ist) und zur Struckmeyerschen Windmühle, auch Kindermühle genannt, die am Gasthaus liegt, sowie zu Insekten und einem tollen Blick. Auf der ersten Etappe könnt ihr hinter euch bis nach Hannover blicken, und wenn sich vor euch der Wald lichtet, liegt das Calenberger Land bis zum Deister vor euch. An verschiedenen Stationen könnt ihr Fragen beantworten, etwas über die Geschichte der Orte und die Natur lernen und am Ende mit Hilfe des Heftchens ein Rätsel lösen.

www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Naherholung/Natur-erleben/%22Gr%C3%BCne-Sch%C3%A4tze%22

Für kleinere Kinder ist der Rundgang vielleicht etwas zu lang, aber man kann ihn auch abkürzen, da im Heft viele Wege eingezeichnet sind, oder nach der Hälfte umdrehen. Unserem Dreijährigen, mit dem wir die erste Hälfte gegangen sind, beklagte, dass ein Spielplatz fehle. Ihm gefielen jedoch die im Wald gebauten Hütten und das Balancieren auf Baumstämmen am Wegesrand.

Achtung: Nach schlechtem Wetter können die Waldwege zu matschig für eine Karre sein.

Für Hungrige und Durstige ist die Einkehr im Berggasthaus Niedersachsen möglich. Die Aussicht von dort ist phänomenal.

 

06/2022

Irgendwie waren sie alle in der Gegend: Die Dinosaurier, die Römer, die napoleonischen Truppen… Wenn sich eure Kinder für Geschichte und die Römer begeistern, könnte ihnen Wilkenburg gefallen. Denn dort wurden die Reste eines großen Römerlagers aus dem ersten bis fünften Jahrhundert n. Chr. freigelegt und einige Teile der Anlage rekonstruiert, so dass man nicht nur auf einem Feld steht und seine Fantasie bemühen muss, sondern auch ein paar Dinge gezeigt bekommt.

Die Römer-AG-Leine ist sehr rührig und bietet kostenlose Führungen und Vorträge an. Schaut mal auf der Website, was gerade geplant ist. Auf der Seite findet ihr auch detaillierte Informationen zur Anfahrt mit dem PKW oder den Öffis.

www.roemerlager-wilkenburg.org

Die Römer-AG-Leine erhebt erst ab einer gewissen Gruppenstärke eine kleine Gebühr für die Führungen und freut sich immer über Spenden für ihre Aerbeit.

Und was machten die Römer am Deister? Bei Velleius Paterculus finden wir Informationen zum Bellum Immensum, dem Gewaltigen Krieg, den die Römer mit den Germanen in der Zeit von 1 - 5 n. Chr. führten, und in den anhand der gefundenen Münzen das Lager Wilkenburg zu datieren ist. Somit war höchstwahrscheinlich der spätere Kaiser Tiberius selbst vor Ort. Kriegerische Auseinandersetzungen fanden allerdings in Wilkenburg nicht statt, sondern eher diplomatische Verhandlungen mit den hier ansässigen germanischen Cheruskern. Und über das Lagerleben unter Tiberius berichtet Velleius: "Solange der germanische und der pannonische Krieg dauerten, war keiner von uns, ob von höherem oder niederem Rang, jemals krank, ohne dass sich Tiberius Caesar um seine Gesundung und Wiederherstellung gekümmert hätte, und zwar mit solcher Anteilnahme, als ob er, der mit größten Lasten überhäuft war, keine anderen Sorgen hätte. Ein angespanntes Fuhrwerk war bereit für alle, die es haben wollten, seine Sänfte stand allen zur Verfügung (wie viele andere habe ich sie benutzen können.) Seine Ärzte, seine eigene Küche, eine Badeeinrichtung, die man eigens für ihn allein mitführte - alles stand zur Heilung jedes Kranken zur Verfügung." (Velleius Paterculus, Römische Geschichte, II, 114)

Nicht nur in Wilkenburg, auch vor und nach dem dortigen Aufenthalt waren die Römer am Deister aktiv, wie Funde und antike Autoren belegen. In den Annalen von Tacitus, einem römischen Historiker und Schriftsteller, werden Schlachten mit den Germanen erwähnt, darunter auch die am Angrivarierwall, die 16 n. Chr. stattgefunden haben soll. Dieser Schutzwall könnte bei Springe gelegen haben, so eine Theorie. Die entsprechende Textstelle bei Tacitus lautet übersetzt folgendermaßen:

„Zuletzt suchten sie sich einen Kampfplatz aus, der vom Fluss und Wald umschlossen war und in dem sich eine schmale sumpfige Fläche befand. Auch um das Waldgebiet zog sich ein tiefer Sumpf, nur eine Seite hatten die Angrivarier durch einen breiten Damm erhöht, der die Grenzlinie zu den Cheruskern bilden sollte."

Für die Übersetzung geht mein Dank an Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Angrivarierwall und ohne Frau Hagemann von der Römer-Leine-AG wäre hier auch nicht so viel zu lesen gewesen.

Münzfunde nördlich vom Deister, von Wennigsen bis Hannover, belegen, dass die Römer wirklich um den Deister unterwegs waren. Angeblich soll der alte Nienstedter Kirchweg von Nienstedt nach Barsinghausen früher ‚Römerweg‘ gehießen haben, was nahelegen würde, dass die Römer sogar durch den Deister gingen, aber das ist nur eine Legende, denn die Karte, auf der dieser Name verzeichnet gewesen sein soll, ist verschollen.

Wer solche römischen Münzen sehen möchte, der kann den Silberfund von 1902 vom Gelände der ehemaligen Franzburg in Gehrden im Landesmuseum in Hannover bestaunen oder Kopien der 30 Denare in Gehrden im Heimatmuseum besichtigen. Die Münzen stammen aus zwei Jahrhunderten, die jüngsten wurden unter Augustus geprägt.

Und ein letztes Wort zu den Truppen Napoleons, falls jemand bei dem Begriff ‚Napoleon‘ aufgehorcht hat: Napoleons Bruder Jérome Bonaparte verbrachte während seiner Regentschaft einige Zeit in Bad Nenndorf, wie Moritz von Kaisenberg auf S. 244 in seinem Buch König Jerome Napoleon unterhaltsam schildert.

Von Kaisenberg echauffiert sich über die laxe Moral des Königs während seines Aufenthalts in Bad Nenndorf. Hier ein Link zu Google Books für diejenigen, die alt genug sind, um die alten Druckbuchstaben zu entziffern:

books.google.de/PA244napoleon+deister

 

02/2022

Trittsichere Entdeckerinnen und Entdecker können sich 3 km südlich von Eldagsen auf die Suche nach den Resten der Barenburg machen. Diese eisenzeitliche Fluchtburg – das heißt aus der Römerzeit – liegt auf rund 280 Metern Höhe und war um 300 v. Chr. Ort eines Überfalls. Ausgrabungen aus den Jahren 2004 bis 2008 brachten viele Hunderte metallene Fundstücke zutage, Werkzeuge, Schuhnägel, Schmuck und Waffen, die uns heute davon erzählen, wie die angegriffenen Germanen aus dem Stammesgebiet der Cherusker überstürzt flüchteten. Es waren wohl Kelten, von denen sie attackiert wurden, so die Experten, und die Spuren an den Fundstücken deuten auf schwere Kämpfe hin.

Von der Burg ist nur noch wenig zu sehen, erwartet bitte keine trutzigen Mauern. Nur Wälle deuten auf die einstige Anlage hin. Schaut mal hier, ob euch das reicht, was übriggeblieben ist, damit es keine langen Gesichter gibt:

https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/metadata/28971881/1/-/

 

Eine schöne Wanderung zur Barenburg findet ihr hier beschrieben:

www.hikr.org/tour/post103938.html

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fachleute Funde übersehen haben, ist übrigens sehr gering. Solltet ihr dennoch auf alte Gegenstände stoßen, so seid ihr verpflichtet, diese dem Land zu melden. Hier der Link zum Freundeskreis Archäologie Niedersachsen, der das nötige Formular zum Download bereithält:

https://freundeskreis-fuer-archaeologie.de/feldbegehung/

 

Der Freundeskreis für Archäologie Niedersachsen bietet zudem ab und an archäologische Führungen zur Barenburg an.

 https://freundeskreis-fuer-archaeologie.de/category/exkursionen/

 

Koordinaten: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Barenburg_(Osterwald)?uselang=de

 

 

Ihr möchtet einmal eine Windmühle von innen besichtigen? Ein Gallerieholländer öffnet in Bennigsen seine Pforten für euch.

Kopf und Flügel fehlen zwar, aber die alte Technik ist da und kann besichtigt werden. So ist diese auf den ersten Blick etwas lädierte alte Windmühle eine schöne Ergänzung zu den anderen Windmühlen um den Deister, die meist nur von außen zu besichtigen sind. Diese Windmühle darf im Rahmen der regelmäßigen kostenlosen Führungen betreten werden, die von der Besitzerfamilie angeboten werden. Kinder sind herzlich willkommen. Teile der Ausstellung sowie einige Veranstaltungen richten sich speziell an Kinder.

Für den kleinen Hunger bietet die Besitzerfamilie im integrierten Mühlencafé Kaffee, Kuchen und Brot aus dem Holzbackofen sowie Eis aus der ganzjährig betriebenen Eistheke an der Lüderserstarße an. Eine kleine Bowlingbahn kann gemietet werden.

Sonntags öffnet die Bennigser Mühle um 14 Uhr ihre Pforten für kleine und große Besucher. Eine Führung dauert 50 Minuten. Die Besitzerfamilie passt die Öffnungstage an die Nachfrage an. Im Winter 2021/22 öffnet sie wöchentlich. Schaut aber bitte auf der Homepage nach, was gerade aktuell ist oder ob vielleicht pausiert wird.

www.muehle-von-b.de

Falls ihr eine Feier oder ein kulturelles Event plant, so könnt ihr die Mühle auch für zwei Kuchen, die im Rahmen der Veranstaltung im Café angeboten werden, mieten. Das Gelände bietet auf seinen 5000 Quadratmeter u.a. eine Innen- und eine Außenbühne.

Bienenhaus Reinsdorf

Donnerstag, 04 November 2021 09:22

Ihr möchtet Bienen mit allen Sinnen kennenlernen? Auf nach Reinsdorf zum Bienenhaus, dem einzigen seiner Art in Deutschland.

Von Mai bis September könnt ihr das barrierefreie Haus und seine 10 Bienenvölker besuchen und dort viel über Bienen und Honig lernen. In dem ungewöhnlichen Haus erlebt ihr Bienen mit allen Sinnen. Das Haus wurde aus natürlichen Materialien gebaut, ist wie eine Bienenlarve geformt, riecht den Honig und beherbergt die Kästen, welche die Bienen von außen anfliegen können. Wer leise ist, hört das Summen der Völker.

Mittwochs kann man das Haus von 14 bis 18 Uhr besichtigen und der Imkerin seine Fragen stellen.

Wer mehr als die Erinnerung an diesen schönen und wirklich stimmungsvollen Ort mitnehmen möchte, kann das im Herbst 2021 erschienene Kinderbuch des Vereins erwerben, in dem es um die Freundschaft zwischen Menschen und Insekten geht. Wir haben uns in dem liebevoll eingerichteten kleinen Laden außerdem mit verschiedenen der tollen Honigsorten eingedeckt, die von den Reinsdorfer Bienenvölkern produziert werden. Unser kleiner Sohn war besonders begeistert von den Honig-Gummibärchen.

Mehr über das Haus erfahrt ihr hier:

www.das-bienenhaus.de/

 

Bienenhaus © Carola hecke

Handarbeiten

Donnerstag, 04 November 2021 09:17

Eure Kinder arbeiten gern mit Nadel und Faden und ihr sucht Inspiration oder Anleitung für traditionelle Handarbeiten? Dann schaut mal hier:

Ihr stickt gern? Echte Fans dieser Technik kommen in der Innenstadt von Bad Münder auf ihre Kosten, denn in der Echternstraße 6 kann eine ganze Sammlung von liebevoll gefertigten Arbeiten besichtigt werden. Die kleinen und großen Kunstwerke sind schön anzusehen und bieten Inspiration für eigene Projekte. Zu bestimmten Zeiten ist die Sammlung für die Öffentlichkeit zugänglich. Schaut mal auf der Homepage nach: handarbeiten.mystrikingly.com

 

Ihr möchtet altes Handwerk lernen? Alte Handarbeitstechniken können in der Spinnstube Springe erlernt und praktiziert werden. Dazu zählen das Filzen, Häkeln, Spinnen und Stricken. Die Saison startet im Herbst und endet im Frühjahr, die Treffen finden am ersten und dritten Samstag jeden Monats von 16 bis 19 Uhr im Gemeindezentrum der St.-Andreas-Kirche statt. Alles weitere erfahrt ihr unter 0163-6855185 und www.spinnstube-springe.de

 

Ihr möchtet einen richtigen Kurs zum Spinnen belegen, um das Handwerk zielstrebig zu erlernen, oder möchtet bestehende Kenntnisse künstlerisch vertiefen? Dann wendet euch an Mechthild Lauber in Wennigsen, die als ausgebildete Handweberin Kurse anbietet, in denen man das Spinnen beigebracht bekommt, aus alter Wolle neue Garne herstellt, upcycelt und sich kreativ austoben darf: hirngespinste.info

 

Ihr möchtet einfach nur im Kreise mit anderen an euren Projekten arbeiten? Der Nachbarschaftsladen Doppelpunkt in Springe (Zum Niederntor) besitzt eine Handarbeitswerkstatt, die Montagnachmittag geöffnet ist.

 

Wenn ihr noch auf der Suche nach schöner Wolle aus der Region seid, schaut mal unter unserem Punkt "Wolle aus Alvesrode" nach.

 

04/2023

Süntelbuchen im Arboretum Nettelrede

Donnerstag, 04 November 2021 09:12

Euch sind die knorrigen Süntelbuchen aufgefallen, die nicht einen geraden Ast besitzen, und ihr möchtet mehr darüber wissen? Dann besucht nach vorheriger Anmeldung (!) das Arboretum in Nettelrede.

Zwischen Nettelrede und Steinriepen liegt am Deisterhang ein hübsch angelegtes kleines Wäldchen aus diesen knorrig verdrehten Bäumen, in dem man allerlei über Süntelbuchen und Natur lernen kann. Ein Verein kümmert sich um das Gelände, plant Veranstaltungen wie den Tag des offenen Arboretums, pflegt eine Website und bietet auch spezielle Kinderführungen an. Für den Besuch meldet euch unbedingt an, denn das Areal ist eingezäunt und nur mit einer Führung betretbar. Wendet euch dazu an Michael Meier unter 05042-3249 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Gelände liegt nördlich von Nettelrede und ist per Auto zu erreichen, was allerdings nicht ganz so einfach ist, weil viele Strecken zum Wäldchen nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben sind. Es gibt auch Wegweiser ab Nettelrede, aber die haben wir erstmal übersehen. Man erreicht das Arboretum von Nettelrede über die nördliche der Teerstraßen nach Luttrighausen, die auch zum Außenhof „Steinriepen“ führt. Diese Adresse sollte man auch ins Navi eingeben. Am einfachsten lässt sich das Arboretum aber zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Nettelrede oder Luttringhausen erreichen. Es geht moderat bergan und der Weg ist schon für Dreijährige zu Fuß machbar.

Falls ihr gar nicht so recht wisst, was Süntelbuchen sind und warum man sie sich anschauen sollte: Süntelbuchen sind Bäume, die nicht hoch und gerade wachsen, sondern einen eher kurzen Stamm besitzen, mit Ästen, die nach unten wachsen und stark verdreht sind oder sich sogar über den Boden schlängeln. Man kann sich wunderbar unter solchen Exemplaren verstecken. Es handelt sich um eine mutierte Buchenvariante und diese ist typisch für die Deister-Süntel-Region. Früher hielt man sie für Hexenwerk und versuchte sie zu beseitigen, daher gibt es heute nicht mehr sonderlich viele Exemplare. Daher ist das Arboretum etwas Besonderes.

Weitere Informationen findet ihr hier: www.suentelbuche.info/ein-arboretum-fuer-die-suentel-buche.html

Solltet ihr nach dem Ausflug Hunger haben, könnt ihr im Hofcafé Volker in Nettelrede einkehren und euch dort mit leckerem Kuchen verwöhnen lassen. Das Café öffnet freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Die Adresse lautet Im Oberen Felde 1 und viele Schilder weisen den Weg.

hofcafe-volker.de

 

Märchenpfad © Süntelbuchen-Aboretum

Eure Kinder begeistern sich für die alte Technik von Wasserrädern und Mühlen? Dann könnte sich für euch ein Besuch in Wennigsen lohnen. Der Mühlenerlebnispfad zwischen dem Wennigser Heimatmuseum und dem Kloster bietet mit seinen verschiedenen Stationen gute Einblicke in das System von alten Wassermühlen. Der weitgehend verkehrsberuhigte Weg ist gut ausgeschildert, die Tafeln mit QR-Codes sorgen dafür, dass selbst der Laie weiß, was er gerade sieht, und für Kinder gibt es auf dem bequemen Spaziergang viel zu entdecken. Aufgrund von Stufen ist der Weg jedoch erst ab dem Heimatmuseum rollentauglich.

Besondere beeindruckt hat uns das große alte Wasserrad am Gebäude des Wennigser Heimatmuseums, das wie eh und je seine Runden dreht. Man kann es dank einer Treppe und einem Weg über Holzplanken gut von allen Seiten anschauen.

Wenn eure Kinder euch zudem fragen, wie man früher im Deister gelebt und gearbeitet hat, besucht das Heimatmuseum Wennigsen mit seiner umfangreichen Sammlung rund um das Leben und Arbeiten der Bergleute. Eine alte Schulklasse ist aufgebaut, verschiedene weitere Handwerke werden mit ihren Werkzeugen und Arbeitsstätten vorgestellt, es gibt eine alte Apotheke zu besichtigen sowie Wohnräume. So bietet das Museum einen breiten Überblick über das frühere Leben in Wennigsen und im Deister.

www.heimatmuseum-wennigsen.de

Aber Achtung: Das Museum war während der ersten zwei Jahre der Pandemie geschlossen, worauf leider nur ein Aushang an der Tür und nicht die Website hinwies. Inzwischen gab es aber erste Besuchstage. Das Wasserrad ist rund um die Uhr frei zugänglich.

Parken könnt ihr gut am Kloster am einen Ende des Wegs oder am Museum, das sich wenige Stationen vom anderen Ende befindet.

08/2022


Im Deister gibt es viele verlorene Orte. Einige wurden vor Jahrhunderten aufgeben, andere erst im 20. Oder 21. Jahrhundert. Einige sind leicht zu finden, bei anderen müsst ihr etwas suchen. Viel Spaß beim Entdecken.

 

Jeder der vielen ehemaligen Stollenzugänge mit ihren alten Abraumhalden und verrammelten Mundlöchern, die daran erinnern, dass im Deister Kohle abgebaut wurde, sind ein Lost Place für sich. Man kann von Stollen zu Stollen wandern, Ruinen suchen, in die Schachtzugänge lugen oder auf die künstlichen Berge klettern.

 

Bei Nienstedt gibt es einen eingeebneten und später wieder neu angelegten Kinderfriedhof im Wald. Die Kinder starben in der Nazi-Zeit im nahegelegenen ehemaligen Sophienhof, der damals Teil der Kinderheilanstalt Hannover war und später zum Landschulheim werden sollte. Heute steht das Gebäude leer und es geht das Gerücht um, dass es dort spukt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viele Kinder dort unter fragwürdigen Umständen gestorben sind. Wer dem Weg vom Kinderfriedhof in den Wald folgt, kann zur Wallmannhütte, zur Alten Taufe und zum Kammweg hochwandern. Bitte die Steigung nicht unterschützen – der Weg ist wirklich nicht kinderwagentauglich. Wer vom Kinderfriedhof kommend die Lauenauer Straße überquert, gelangt über die Ludwig-Schlepper-Straße in das Walterbachtal. Schlepper war übrigens ein Architekt aus der Gegend und ließ den Sophienhof für seine Frau Sophie bauen. So schließt sich der Kreis.

 

Folgt man dem Weg durch das Walterbachtal, kommt man zu einem verlandeten Teich, dem ehemaligen Hexenteich, in dem im Mittelalter die grausame Hexenprobe gemacht wurde. Dazu warf man eine Frau, die wegen Hexerei angeklagt worden war, mit gefesselten Händen in das Wasser des damals wohl tieferen Teichs. Blieb sie trotz gefesselter Hände an der Wasseroberfläche, so galt dies als Beweis, dass sie eine Hexe war, und man tötete sie. Die unschuldigen Frauen gingen aber leider unter wie die Steine, und wenn man lange genug gewartet hatte, um sie für unschuldig zu erklären, waren sie auch meist tot, so dass sie wenig Nutzen aus diesem Freispruch zogen – im Gegensatz zu den Anklägern. Es gibt alte Protokolle, die belegen, dass auch im Deister diese frauenfeindlichen Praktiken gepflegt wurden. Heute sieht der Teich aus, als könne man bequem darinsitzen, ohne dass die Frisur nass wird. Etwas Unheimliches schwebt aber über dem Ort. 

 

In Barsinghausen gibt es einen verwaisten jüdischen Friedhof in der Deisterstraße am Waldrand. Der Friedhof wurde bis 1909 genutzt, dann wurde er geschlossen und in der Nazi-Zeit verwüstet. Als die Menschen wieder bei klarem Verstand waren, errichteten sie einen Gedenkstein und zwei der umgestoßenen, nicht zerbrochenen Grabsteine wurden wieder aufgestellt. Kleine Steine darauf ehren heute die Toten. Vom Friedhof kann man eine schöne Wanderung durch das Fuchsbachtal vorbei an einem Teich mit Picknickplätzen zu einer Quelle und einem alten Stollen machen. Für einen nicht zu langen Spaziergang könnt ihr mit kleineren Kindern und Laufrad einfach nur bis zum Teich gehen:

http://navigator.barsinghausen.de/tour-903000001-20002.html

 

In Nienstedt befindet sich im Wald ein ehemaliges Schwimmbad. Es wurde vor etlichen Jahrzehnten aufgegeben, aber das Becken wurde nie zugeschüttet. Um es zu finden, muss man am Ortseingang von Nienstedt der Straße Teilhofsweg in den Wald folgen und an der Stelle, an der der Weg bei den Stommasten einen scharfen Knick nach rechts macht, hinter dem Schild linkerhand im Wald einen dunklen Teich suchen. Dazu braucht man nur dem Trampelpfad zu folgen und wenige Schritte abseits vom Weg zu gehen. Fällt das Sonnenlicht hinein ins alte Becken, kann man mit etwas Glück im trüben Wasser die alten Kacheln leuchten sehen, so die Einheimischen. Das Baden ist hier nicht zu empfehlen; wer den verlandeten Tümpel sieht, weiß weshalb. Folgt man dem Weg, von dem man den Abstecher zum Teich gemacht hat, kann man im großen Bogen an Pferden vorbei um die Nienstedter Wiesen wandern (kleine Wanderung, dazu die erste Abzweigung nach dem Schwimmbad nach rechts nehmen), links am Schwimmbad oder später bergan zum Kammweg und Nienstedter Pass hochgehen (mittlere Wanderung) oder nach Köllnischfeld wandern (lange Wanderung).

 

Schwimmbad im Deister © Carola Hecke

 

Auch der Kalte Krieg hat im Deister Spuren hinterlassen: Im Bereich von Barsinghausen befand sich am Kammweg bis 1972 eine rund um die Uhr besetzte und voll funktionsfähige Abschussrampe für die Hawk-Abwehrraketen des NATO-Flarak-Verteidigungssystems. Hier saß das 420 Squadron – für diejenigen, die es interessiert. Heute ist das Gelände nicht mehr in Benutzung und verwaldet wieder. Hier ein Blick von oben:

www.hawkies.de/hawk-standorte-4-ggw.html

Informationen zum Raketensystem findest du hier:

www.relikte.com/nds_flarak_hawk/index.htm

Auf der Wanderung am Kammweg kommt ihr daran vorbei.

 

Ebenfalls im Bereich von Barsinghausen stand früher ein Kinderheim im Wald. Wer sucht, findet Reste der Pflasterung zwischen den Bäumen. Von Egestorf kommend, kurz vor dem Nienstedter Pass links erstreckt sich ein noch eher spärlich bewachsenes Gelände und dort, im Bereich der Hohen Warte, war das Kinderheim „Hohe Warte“ in einigen Fachwerkgebäuden untergebracht, die noch aus der Zeit der Kohleförderung stammten. In der Nazi-Zeit wurden dort jugoslawische Kriegsgefangene untergebracht, kurz danach zogen die Kinder ein. In den 1990er Jahren wurde das Gebäude zur Unterkunft für Asylbewerber und 2007 wurde die baufällige Anlage, die vermutlich allen Bewohnern sehr deutlich gemacht hat, dass sie in Barsinghausen nicht willkommen waren, endlich abgerissen. Die Aufforstung und Renaturierung sind in vollem Gange. Man erreicht das Gelände bequem über die Wanderwege vom Parkplatz am Nienstedter Pass.

 

Die Heisterburg, auch genannt Heisterschlösschen, ist eine etwa tausend Jahre alte verlassene Ringwallanlage. Sie liegt im Schaumburger Land bei Beckedorf. Einen hübschen Wanderweg, auf dem nur 90 Höhenmeter zu bewältigen sind, findet ihr hier:

www.routeyou.com/de-de/route/view/6937730/wanderroute/wandern-entlang-heisterschlosschen

Eine drei- bis vierstündige Wanderung beginnt am Naturfreundehaus und führt auch an der Teufelsbrücke und der Kreuzbuche vorbei:

http://navigator.barsinghausen.de/tour-903000004-20002.html

Wer mehr über die Geschichte der Heisterburg und anderen Burgen dieser Art lesen möchte, wird hier fündig:

www.barsinghausen.de/static/medien/km/lokalitaeten/903000480_download.pdf

 

Märchenpfad Bakede

Montag, 09 August 2021 10:51

Märchenfreunde kommen in Bakede auf ihre Kosten, denn seit dem Sommer 2021 säumen Märchenfiguren der Gebrüder Grimm einen etwa 6 km langen Märchenpfad, der teilweise parallel zum Weg der Sinne verläuft. Schaut mal, ob ihr alle Figuren kennt.

Los geht es am Platz der Generationen, wo sich auch ein schöner Spielplatz befindet. Man kommt am Reiterhof Kessiehausen vorbei, folgt dann dem Benser-Eichen-Erlebnispfad und wandert schließlich zurück zum Dorf. An vielen Stellen hat man einen wunderschönen Ausblick über das Land.

Ihr seid nicht so sicher, ob ihr alle Figuren erkennt und eurem Nachwuchs Rede und Antwort stehen könnt? Kleine Infotafeln und QR-Codes an den Figuren sollen denjenigen auf die Sprünge helfen, die die zugehörigen Märchen nicht kennen.

Märchenpfad © Aron Jungermann